Meine Nerven lagen blank. Noch wenige Stunden vor Beginn fühlte ich mich wie vor einem unausweichlichen Zahnarztbesuch. Und dann sass ich plötzlich – wider Erwarten – locker, glücklich und erwartungsvoll auf meinem Lesestuhl. Neben mir: Peppina. Tiefenentspannt. Kommen zu wenige Gäste? Oder zu viele? Nichts von beidem. Es fügte sich einfach. Der Wein kühlte, das Mikrofon wartete, der Beamer funktionierte – und nach und nach füllte sich der Raum. Mit jedem Ankommen wurde ich ruhiger.
In der NACHBAR der Stahlgiesserei sassen sie dann – aufmerksam, ganz da. Meine Tochter Anna eröffnete mit Worten, die mitten ins Herz trafen. So viel Wärme, so viel Stolz – und meine Aufregung war plötzlich weg. Fünfzig Minuten später war ich mittendrin: erzählend, lesend, antwortend. Es wurde gelacht, zugehört, mitgedacht. Und da war dieser Moment: Alles hat sich gelohnt.
Auch das Danach war schön. Gespräche bei Wein und Focaccia, meine Enkel beim Bücherverkauf, die Enkelinnen mit ihrer eigenen kleinen Lesung – inklusive Wassertrinken zwischendurch. Noch zwei Tage danach ist mein Herz voll.







