Naples – von Tier und Mensch

Naples – von Tier und Mensch

Naples, am Golf von Mexiko, erreichte ich über die Autobahn 41, „Tamiami Trail“, die quer durch die Everglades führt. Eine wunderschöne Stadt für wohlhabende Rentner. Extrem sauber, perfekte Villen und Gärten, herausgeputzt und zurecht getrimmte Anlagen. Alles scheint einfach nur perfekt. Der Rasenschnitt, das Wetter, der kilometerlange, weisse Sandstrand, die historische Holzpier, das glasklare Wasser, mein Hotel im mediterranen Stil mit Terrasse, die ordentlich gestutzten Palmen und auch die Menschen, (hoher Altersdurchnitt). Warum komme ich mir nur so viel jünger vor, obwohl die zurechtgeschnittenen und getrimmten Körper dieser Menschen einiges zu bieten haben?

Am Abend unternahm ich einen langen Spaziergang durch die Strassen des historischen Zentrums mit vielen angesagten Boutiquen, Spitzenrestaurants und Shops. 

IMG_9315Auf der langen Holzpier hatten sich Fischer, Touristen, Familien mit Kindern, Sportler und Rentner zum Sonnenuntergang eingefunden.

Sorry, aber bessere Fotos gab es nicht.

Mein erster Blick ins Wasser war etwas verwirrend, denn es brodelte wie im Wasserkocher. Schnell war mir klar, dass unter Wasser eine wahre Jagdorgie stattfand, nur was jagte wen, war noch die Frage. Die folgenden Stunden, die ich atemlos ins Wasser, in die Luft, auf den Pier und immer wieder ins Wasser starrte, verflogen ohne dass ich den Sonnenuntergang wahrnahm. Die braunen Pelikane bohrten sich spiralförmig ins brodelnde Wasser, während die Delphine pfeilschnell unter dem Pier durch und entlang der Küste schwammen und sich offensichtlich ein Festmahl von kleinen Fischen gönnten. Zwischendurch warfen die Fischer ihre Angeln aus, die Pelikane stürzten sich halsbrecherisch ins Getümmel und nach ihren dick hängenden Kehlsäcken zu urteilen, waren sie extrem erfolgreich. Ich war Zeugin eines einzigartigen Spektakels, um so mehr ich noch nie Delphine so nahe beobachten konnte. Elegant, geschmeidig kurvten sie vor unseren Augen. Obwohl ich dutzend Male versucht habe, sie zu filmen oder zu fotografieren, ist mir das misslungen, aber es war Adrenalin treibend. Solche Augenblicke sind geschenktes Glück und dafür bin ich unendlich dankbar.

Bei den Alligatoren in den Everglades

Bei den Alligatoren in den Everglades

Auf Expedition im Sumpfland

z.T. aus Wikipedia: Die Everglades sind ein tropisches Sumpfland im Süden von Florida. Ein Teil der Everglades ist als Everglades-Nationalpark geschützt und UNESCO-Welterbe. Seit 2010 steht der Park auf der roten Liste des gefährdeten Welterbes, da die zunehmende Umweltverschmutzung und Eingriffe in den Wasserhaushalt den Park bedrohten.

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Turtle Hospital Florida

Turtle Hospital Florida

Nach Key West, der südlichsten Stadt in Florida, besichtigte ich auf dem Weg in die Everglades, das Spital für Schildkröten „Turtle Hospital“ in Marathon. Die Führung für die ich mich bereits ein paar Tage zuvor anmelden musste, war äusserst aufschlussreich.

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„Gypsy Chickens“ in Key West, Florida

„Gypsy Chickens“ in Key West, Florida

Als ich in Key West ankam und mein Hotel suchte, stolzierte ein wunderschöner Hahn in Gefolgschaft seiner überbesorgten Henne mit etlichen Wattebäuschchen selbstsicher über die Strasse. Ich trat abrupt auf die Bremse, noch bevor ich erfuhr, dass sie unter Schutz stehen. Key West ist eine übersichtliche, historisch intakte und überaus charmante Stadt am südlichsten Zipfel von Florida. Man erreicht sie über die Keys (Inseln) und über etliche Brücken, wovon die längste, die „seven mile bridge“ ist. Auf diesem 2200 km  langen Nr 1 Highway benutzt man meist den Tempomaten. Einfach schnurgerade aus. Links ist der Atlantik, rechts der Golf von Mexiko und in der Verlängerung liegen Kuba und die Bahamas.

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Ein paar Tage bei den Charolais Kühen im Burgund

Ein paar Tage bei den Charolais Kühen im Burgund

Ich trete frühmorgens mit meinem Hund Lola aus der schmalen verwitterten Haustür auf die Gasse mitten ins mittelalterlichen Städtchen. Noch ist es kühl während die Stadt sich regt. Ich liebe diese Geräusche und Gerüche des Erwachens, stelle mich neugierig an Häuserecken und beobachte die Menschen. Lächeln oder träumen sie? Schlaftrunken gehen sie ihren gewohnten Tätigkeiten nach. Es gab einmal ein Chancon: „Il est cinq heures, Paris s’eveille“ von Jacques Dutronc. Jetzt ist Montagmorgen und ich bin in Avallon.

Avallon liegt eine Stunde westlich von Dijon, fünf Autostunden von Schaffhausen entfernt und ist auf wunderbar ausgebauten, wenig befahrenen französischen Autobahnen (im Vergleich zu Zürich- Aarau) entspannt zu erreichen.

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Warane auf Komodo – Indonesien

Warane auf Komodo – Indonesien

Als ich erwachte, waren wir bereits in eine unerwartete Inselwelt eingedrungen. Rund herum lagen grasgrüne Mooskissen im glatten Meer verstreut. Von der Sonne beschienen, war ihre schmuckhafte Erscheinung anmutig und zum Streicheln verführend. Es waren sanfte, vom Wetter ausgewaschene und abgerundete Hügel, die wie mit einem dicken, grasgrünen Veloursvorhang überworfen, im dunkeln Wasser lagen. Die Einfahrt mit unserem mächtigen Schiff zum abgeschiedenen Ankerplatz vor Komodo ist tatsächlich ein beinahe gewalttätiges Eindringen. Wir staunen immer wieder wie manövrierfähig und geschmeidig die Columbus2 dennoch ist.

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Krokodile sind nicht zum Anfassen – Cairns, Queensland

Krokodile sind nicht zum Anfassen – Cairns, Queensland

Von Cairns werden wir mit einem Reisebus hundert Kilometer entlang der mit Sandstrand und Kokospalmen gesäumten Küste zum Daintree River ins nördliche Queensland entführt. Es weht ein schwüles, feuchtes Tropenlüftchen. An grossen Zuckerrohrplantagen vorbei, entlang hoher Berge mit wucherndem Regenwald erreichen wir den Mossman Nationalpark, einem Schutzgebiet der Aborigines.

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Australia Day auf Edgar Mission – Farm für misshandelte Nutztiere

Australia Day auf Edgar Mission – Farm für misshandelte Nutztiere

Sonntagsausflug mit Freunden zur „Edgar Mission, sanctuary for rescued farm animals“. Es war Australia Day, ein strahlend schöner Sommertag. Auf diesem non-profit Hof kümmern sich Pam Ahern mit ihrem Team um verwahrloste, abgeschobene und gequälte Farmtiere. Und wir wollten Miles besuchen. Mit kleinem Video

Jeden Winter findet meine Schwester Barbara ein frischgeborenes, verlassenes Schäflein auf der Weide, das sie in der warmen Küche grosszieht. Vor dreissig Jahren war es „Schnugg“, der frei im Haus herumlief (und frei auch alles fallen liess) der mit der Flasche grossgezogen wurde. Diesen Winter war es „Miles“, dessen Mutter in den kalten Winternächten gestorben war. Sechs Wochen lang wurde Miles Tag und Nacht geschöppelet, warm gehalten und nahm am Familienleben teil. Als meine Schwester jedoch ins Ausland wollte, musste sie einen Ort finden, der sich um Miles kümmern würde. Und so fand sie die Edgar Mission, eine Non Profit Organisation. Pam Ahern, die Gründerin und Leiterin ist eine sportliche, junge Frau, die mit Leidenschaft seit zehn Jahren ihrem Werk verpflichtet ist. Sie hat eine Farm gekauft und auf 60 acres bis jetzt über 3000 Tieren geholfen. Zurzeit leben 300 Rinder, Schweine, Schafe, Pferde, Geissen, Truthähne, Hühner, Enten und Kaninchen auf der Farm. Edgar Allen Pig, war das erste Schwein, das sie aus einer Schweinemästerei kaufte. Es spielte später auch im Film „Babe“ mit und war für viele Jahre das Aushängeschild dieser Mission und grosser Liebling aller. Hierher brachte Barbara ihren Miles vor einem halben Jahre begleitet mit einer grosszügigen Spende. Nun wollten wir das Schaf besuchen und uns auf einer Führung alles zeigen lassen. Diese Stiftung wird von der Tageszeitung „Herold Sun“ mit beinahe wöchentlichen Berichten wohlwollend unterstützt und somit einem breiteren Publikum bekannt gemacht

www.edgarsmission.org.au

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Hühner aus Käfighaltung, in Australien noch erlaubt 

So wie das Geisslein, Cappuccino, hat jedes der 300 Tiere einen Namen und eine Geschichte, die auf der Führung mit Herz erzählt wird. Cappuccino, das Geisslein, steht gerne am Farmeingang und lässt sich ausgiebig kraulen. Viele Tiere benötigen täglich medizinische Betreuung und aufwändige Pflege. Nach so einer persönlichen Führung schmilz das Herz und man spendet gerne für den Fortbestand dieses Sanctuary’s. 

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Hope, das glückliche Schwein, das an Weihnachten von einer Schweinefarm floh

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Humphrey lebte auf den Strassen Melbournes bis es eingefangen wurde
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Miles gehört jetzt zur Herde
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Australia Day
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Die Tiere haben Platz und viel Aufmerksamkeit.