Die nächsten Schritte sind eingeläutet. Eine Zeitungsreportage in den „Schaffhauser Nachrichten“ ist fertig und fast auf Papier, ein Fernsehinterview für „Hüt im Gspröch“ im Schaffhauser Fernsehen wartet auf den Sendetermin, und der Raum in der Stahlgiesserei ist für die Lesung reserviert.
Besonders freut es mich, dass man nun das Buch in den Buchhandlungen Lüthy Schoch und Orell Füssli in Schaffhausen erhältlich sind.
Ihr begleitet mich hier seit vielen Jahren – meist auf Reisen, unterwegs auf vier Rädern.
Diese Reise war anders. Sie führte nicht über Pässe und Länder, sondern über Papier. Und sie hat fünf Jahre gedauert.
Vor sechs Jahren, zu Beginn der Corona-Quarantäne, begann ich für meine Enkel eine Geschichte zu schreiben und zu malen – in Kapiteln, vorgelesen über WhatsApp. So trat Miranda, die junge Giraffe, in mein Leben. Und mit ihr Fynn, ein Junge mit einem besonderen Gespür, eine Menschenfamilie, tierische Freunde – und eine Geschichte über Mut, Freundschaft und Vertrauen.
Ich schrieb und malte wie im Fieber. Einige von euch fieberten mit. Und dann kam das Zögern. Fünf Jahre lang.
Heute ist Fynn & Miranda ein gedrucktes Buch mit 120 Seiten und 24 farbigen Aquarellen. Mein Buch.
Hundert Exemplare liegen bereit und möchten weiterreisen – vielleicht auch zu Euch.
Miranda, eine junge Giraffe, verschwindet auf dem Weg aus Afrika in den Zoo Zürich. Für Familie Theiler beginnt eine besondere Reise quer durch Europa.
Fynn & Miranda begegnen sich dort, wo Mut und Freundschaft beginnen, zwischen Wirklichkeit und Fantasie.
Gemeinsam wagen sie eine Reise, die Grenzen überwindet zwischen Ländern, Menschen und Herzen.
Ein Buch über das Vertrauen in das Leben, in Familie und Freunde und in die Kraft, die entsteht, wenn man nicht allein ist.
Gestartet hat die „Städtchen“-Tour in Matera, in der Region Basilikata, nahe der Grenze zu Apulien. Berühmt ist Matera wegen der Höhlensiedlung „Sassi di Matera“, die seit 1993 zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Diese einzigartige Felsenstadt wollte ich mit eigenen Augen erleben.
Bevor ich neue Berichte meiner Weiterreise durch Italien ohne Levin verfasse, möchte ich noch von unserer ersten Etappe berichten. Denn hier begann unsere Reise: An der toskanischen Küste. In der Wohnung meines Cousins in Camaiore.
Camaiore erreichten wir nach zwei Tagen. Am San Bernardino überliessen wir das Regenwetter der Nordschweiz, fuhren dem Lago Maggiore entlang, wichen an einem Sonntag Turin aus – ohne Lastwagen – und erreichten die Meeresküste von Toskana im Abendlicht. Die Wohnung meines Cousins – grosszügig, schön und bequem – war ein Geschenk: Sie bot uns genau das, was wir brauchten. Zeit zum Ankommen, zum Einleben und zum gemeinsamen Kochen.
Wir näherten uns dem Ziel unserer Reise. Neapel wichen wir im Regen aus. Alles war grau – der Himmel, die Häuser, die Stimmung gedämpft, auch im Bus. Vorfreude und Wehmut wechselten sich ab. Bald würde unsere gemeinsame Reise enden.
Schon lange wollte ich nach Campiglia Marittima. „Was willst du denn an diesem trostlosen Bahnhof?“, fragten Freunde mit hochgezogenen Brauen. „Lampo besuchen“, erklärte ich. „Lampo?“ – „Ja, den Eisenbahnhund.“
Ich werfe den Blick weit hinaus in die azurblaue Bucht und bade meine Augen darin. Süsses, verführerisches Parfüm einer Jasminhecke umgarnt meine Nase. Ich wandere mit Peppina der Küste entlang beim Nationalpark Cilento. Kitschig? Ja – genau das brauche ich jetzt am Ende der ersten Etappe meiner Italienreise mit meinem Enkel, Levin und Peppina, der Golden Retriever Hündin.
Ich stehe am Meer und es ist Ebbe. Wie soll ich da schwimmen? Ich stelle es mir einfach vor.
So geht es mir jetzt beim Planen mit der Reise nach Italien. Es ist so anders. Wochen vor der Abfahrt schon festlegen zu wollen, wohin die Route führt, auf welchem Campingplatz Levin und ich die Pfannen auspacken und welchen Markt wir an welchem Tag besuchen werden. Es ist für mich eigentlich eine schlichte Überforderung.
Allzu grell wirft der Mond sein Licht durch das gekippte Schlafzimmerfenster auf meine rosa Leinen Bettdecke. Schattenspiele ergiessen sich über Wände und Teppich. Sie dringen ein in meine Träume, rütteln mich wach, obwohl ich doch noch schlafen will. Es gibt Nächte, da gibt man lieber nach, anstatt sich zu wälzen und quälen. Jetzt bin ich wach, sitze aufrecht im Bett, trinke Tee und begebe mich gedanklich nach Italien. Bella Italia.
Es könnte Salzwasser sein, das in kleinen Wellen über meine Füsse spritzt. Fischer Böotchen tanzen im kleinen Hafenbecken. Farbsplitter aus zahlreichen Aperol Sprizz Gläsern leuchten wie Lampions im Abendlicht. Es könnte ein pittoresker Hafen an der Adria sein.